Jojo-Effekt verstehen: Warum verlorene Kilos oft zurückkommen

Jojo-Effekt verstehen: Warum verlorene Kilos oft zurückkommen

REDAKTION, 24. JUNI 2026

jojo effekt verstehen und tipps


Es ist frustrierend: Die Diät war erfolgreich, die Kilos sind weg — und ein paar Monate später ist nicht nur das alte Gewicht wieder da, sondern oft noch ein paar mehr Kilos als vorher. Viele Menschen durchleben diesen Teufelskreis wieder und wieder und ziehen daraus einen schmerzhaften, aber falschen Schluss: dass es an der eigenen Willenskraft liegt. Tatsächlich ist es aber etwas anderes. Ein Jojo-Effekt ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine nachvollziehbare Reaktion des Körpers — und diese zu verstehen, ist der erste Schritt, um den Kreislauf zu durchbrechen.

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Diäten helfen zwar kurzfristig beim Abnehmen, sind aber keine dauerhafte Lösung. Oft sorgt der gefürchtete Jojo-Effekt dafür, dass die Kilos schnell wieder auf den Hüften sind. Abnehmen ohne Diät kann aber klappen - mit nützlichen Tipps und pflanzlicher Hilfe.

Was ist der Jojo-Effekt genau?

Ein Jojo-Effekt bedeutet, dass nach dem Ende einer Diät das Gewicht schnell wieder zunimmt — häufig sogar über das ursprüngliche Ausgangsgewicht hinaus. Der Name ist vom Spielzeug Jo-Jo abgeleitet, das sich in schnellem Wechsel auf und ab bewegt, ganz so wie das Gewicht bei wiederholten Diäten.


Der Jojo-Effekt betrifft leider viele Leute, denn Statistiken zur langfristigen Gewichtsabnahme sind ernüchternd: Untersuchungen zeigen, dass nur ein Bruchteil der Menschen, die innerhalb eines Jahres einen großen Teil ihres Körpergewichts verlieren, dieses Ergebnis auch dauerhaft halten können. Wer also einen Jojo-Effekt hat, braucht sich nicht schlecht fühlen und ist definitiv nicht alleine damit. 

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Die Hormone, die den Jojo-Effekt steuern

Um einen Jojo-Effekt zu verhindern, muss man zunächst einmal verstehen, wie genau er entsteht und welche Hormone dafür verantwortlich sind. 

Leptin — das Sättigungshormon sinkt

Leptin wird hauptsächlich im Fettgewebe produziert und signalisiert dem Gehirn Sättigung: Je mehr Fettgewebe vorhanden ist, desto mehr Leptin wird ausgeschüttet, was die Nahrungsaufnahme natürlicherweise begrenzt. Verliert man durch eine Diät Gewicht, sinkt automatisch auch der Leptinspiegel — und mit ihm das Sättigungsgefühl.

Ghrelin — das Hungerhormon steigt

Ghrelin wird vor allem in der Magenschleimhaut gebildet und wirkt genau gegenteilig zu Leptin: Es regt den Appetit an. Nach einer Diät steigt der Ghrelinspiegel typischerweise an — fast so, als wolle der Körper den Gewichtsverlust ausgleichen. Eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Untersuchung an 50 übergewichtigen Personen zeigte, dass eine zehnwöchige kalorienreduzierte Diät zu einer deutlichen Erhöhung des Ghrelinspiegels und einem gesteigerten Appetitgefühl führte.


Problematisch ist dabei: Wer wiederholt Diäten durchführt, riskiert einen dauerhaft erhöhten Ghrelinspiegel. Das erklärt, warum man mit jeder weiteren Diät den Hunger danach noch schwerer in den Griff bekommt als bei der vorherigen.

Der gesenkte Grundumsatz

Neben den Hormonen verändert sich auch der Energieverbrauch selbst. Bei stark reduzierter Kalorienzufuhr senkt der Körper seinen Grundumsatz, um Energie zu sparen. Das bedeutet konkret: Der Körper verbrennt selbst in Ruhe weniger Kalorien als vor der Diät.


Verstärkt wird dieser Effekt dadurch, dass man durch schnelle Diäten in den ersten Wochen überwiegend Wasser und Muskelmasse verliert, nicht primär Fett. Da Muskeln mehr Energie verbrauchen als Fett, sinkt mit jedem verlorenen Kilogramm Muskelmasse auch der Grundumsatz weiter. Nach Diätende baut sich diese Muskelmasse nur sehr langsam wieder auf — während sich Fettreserven deutlich schneller wieder anlagern. 

Cortisol — der Stressfaktor

Strenge Crash-Diäten sind nicht nur körperlich, sondern auch psychisch belastend. Dieser Stress kann den Cortisolspiegel erhöhen, was wiederum die Fettspeicherung begünstigt und bei manchen Menschen emotionales Essen fördert — ein weiterer Faktor, der den Rückfall in alte Muster begünstigt.

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Warum Crash-Diäten den Jojo-Effekt verschlimmern

Je radikaler die Diät, desto stärker fallen in der Regel auch die beschriebenen hormonellen Reaktionen aus. Eine sehr niedrige Kalorienzufuhr signalisiert dem Körper eine Art Hungersituation — und der Organismus reagiert mit allen verfügbaren Mitteln, um diesen Zustand zu beenden: gesteigerter Appetit, gesenkter Energieverbrauch, verstärkte Fetteinlagerung bei der nächsten Gelegenheit. Das erklärt, warum besonders strenge, stark kalorienreduzierte Diäten zwar kurzfristig gute Ergebnisse liefern, langfristig aber besonders anfällig für den Jojo-Effekt sind. 

Wie kann man den Jojo-Effekt vermeiden?

Der Jojo-Effekt ist im Grunde so etwas wie eine Schutzreaktion des Körpers und bedeutet nicht, dass man einfach kein Durchhaltevermögen hat. Nachdem man das verstanden hat, kann man auch etwas dagegen tun: 

Langsame Gewichtsabnahme 

Eine langsame, schrittweise Gewichtsabnahme löst weniger hormonelle Reaktionen aus als eine drastische Diät. Das bedeutet konkret: lieber über mehrere Monate ein kleines, realistisches Kaloriendefizit einplanen, statt in wenigen Wochen möglichst viel abzunehmen.

Krafttraining zum Muskelerhalt

Da der Verlust an Muskelmasse eine der Hauptursachen für den gesenkten Grundumsatz ist, hilft regelmäßiges Krafttraining während einer Abnahme, diesen Effekt deutlich abzumildern. Wer Muskeln aufbaut und hält, erhöht auch seinen Grundumsatz — und sorgt damit für bessere Voraussetzungen, das neue Gewicht zu halten.

Ausreichend Protein

Eine proteinreiche Ernährung unterstützt den Erhalt von Muskelmasse während einer Diät und wirkt sehr sättigend, was dem erhöhten Hungergefühl entgegenwirkt.

Dauerhafte Ernährungsumstellung 

Diäten, die als zeitlich begrenzte Ernährungsumstellung ausgelegt sind, enden fast immer mit einer Rückkehr zu den alten Gewohnheiten — und damit häufig zum Jojo-Effekt. Nachhaltiger ist eine Ernährungsweise, die man langfristig durchziehen kann, auch wenn sie weniger schnelle Ergebnisse liefert. Am besten funktioniert es, wenn man Lebensmittel mit viel Volumen, aber wenigen Kalorien zu sich nimmt. Mit Gemüse funktioniert das am besten, denn es hat kaum Kalorien, man kann große Mengen davon essen und enthält Vitamine, sowie Ballaststoffe, die einen sättigen. 

Spazieren

Spazieren wird häufig unterschätzt, dabei ist es eine der besten Optionen, um abzunehmen und das Gewicht auch zu halten. Denn ein Spaziergang bringt den Kreislauf in den Schwung, verbrennt Kalorien und senkt das Hungergefühl, da man in Bewegung ist. Und spazieren kann jeder Mensch, ganz gleich welches Fitnesslevel er hat. 

Geduld mit dem eigenen Körper

Da sich die hormonellen Veränderungen nach einer Diät nur langsam normalisieren, kann es Monate dauern, bis Leptin- und Ghrelinspiegel wieder im Gleichgewicht sind. Wer das weiß, kann verstärkten Hunger nach einer Diätphase besser einordnen — als vorübergehende körperliche Reaktion und nicht als mangelnde Disziplin.

Unterstützung durch passende Nährstoffversorgung

Eine gute Versorgung mit Nährstoffen, die Sättigung und Stoffwechsel unterstützen können, ist während und nach einer Abnahme besonders wichtig. In der Apotheke gibt es Nahrungsergänzungsmittel, die gezielt auf diese Bedürfnisse zugeschnitten sind — etwa Vitalrin, das auf eine Unterstützung von Sättigungsgefühl und Fettstoffwechsel ausgelegt ist und ergänzend zu einer Ernährungsumstellung und mehr Bewegung eingenommen werden kann.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Jojo-Effekt hat einen hormonellen Hintergrund — Leptin sinkt, Ghrelin steigt, der Grundumsatz wird gesenkt
  • Strenge, radikale Diäten verstärken den Jojo-Effekt
  • Muskelverlust während der Diät senkt den Grundumsatz, wodurch man schneller wieder zunimmt
  • Spazieren, Krafttraining und ausreichend Protein helfen, den Effekt den Grundumsatz stabil zu halten
  • Eine dauerhafte Ernährungsumstellung ist definitiv sinnvoller als eine Diät
  • Vermehrter Hunger nach einer Diät ist eine normale Reaktion des Körpers, keine Frage der Willenskraft

Fazit

Wer nach einer Diät wieder zunimmt, sollte nicht so streng mit sich sein — der Körper folgt schlicht seinen verankerten Schutzmechanismen gegen eine vermeintliche Hungersnot. Dieses Wissen nimmt vielen Menschen den selbstkritischen Druck, der nach einer gescheiterten Diät oft entsteht, und lenkt den Fokus auf das, was tatsächlich hilft: der Erhalt von Muskelmasse und eine Ernährungsweise, die man auch langfristig durchhalten kann. 


QUELLEN

  • Sumithran P, Prendergast LA, Delbridge E, Purcell K, Shulkes A, Kriketos A, Proietto J. "Long-Term Persistence of Hormonal Adaptations to Weight Loss." New England Journal of Medicine. 2011 Oct 27;365(17):1597–1604. doi: 10.1056/NEJMoa1105816

Autorin

Lina Mattern

Nach Abschluss ihres Studiums an der Hochschule Kempten hat sich Lina privat und beruflich mit Themen aus der Gesundheits-, Fitness- und Beautybranche befasst. Seitdem recherchiert und schreibt sie Blogartikel in dieser Branche und ist Expertin im Beauty- und Gesundheitsbereich. Neben dem Schreiben von aktuellen und ausführlich recherchierten Artikeln, betreut sie auch Social Media Kanäle, die sich um Tipps rund um Schönheit und Gesundheit drehen. Die Blogartikel und der Content orientieren sich dabei immer an der aktuellen Forschungslage.

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